Garten und Politik

Nun ist er weg der Winter!

Ja gut, die Pessimisten werden jetzt gleich wieder sagen, dass es schon noch einmal richtig frostig zugehen kann. Aber was soll´s, Garten ist immer irgendwie ein wenig Russisch Roulette und irgendwann muss es schließlich auch losgehen mit der Aussaat, wenn später die Ernte üppig ausfallen soll. Beruflich bedingt habe ich mich in diesem Jahr besonders intensiv mit der Thematik des Saatguts und dessen Qualität befasst und diesbezüglich richtig sorgfältig recherchiert. Das Ergebnis ist für meine Begriffe erschreckend, zumindest was die alten Obst- und Gemüsesorten anbelangt. Aber ganz so neu sind die Fakten nun auch wieder nicht, denn die erste Erregung der Kleingärtnersparte begann spätestens 2012, als bekannt wurde, dass in vielen Saattütchen nicht nur Samen, sondern auch Zugaben von Monsanto drin sind. Ich will mich nicht über Für und Wider dieser Connections verlieren. In meinem Garten hat dieses Zeug jedenfalls nichts verloren und wird nun in diesem Jahr gänzlich boykottiert.

Die Gartensaison kann beginnen

Insgesamt gibt es weltweit überhaupt nur neun ernst zu nehmende Saatgutlieferanten, die den Markt unter sich aufgeteilt haben und selbst die EU-Bürokraten fühlen sich überflüssigerweise noch bemüßigt, ihren Senf dazugeben zu müssen und diktieren quasi den Saatguthändlern, was verkauft werden darf und was nicht!? Ich will das hier nicht endlos in die Länge ziehen und möchte von daher Interessanten für diese Thematik auf die folgenden Quellen aufmerksam machen, bei denen es detaillierte Informationen darüber gibt:

Die „offizielle Liste“ der EU bestimmt, was wachsen darf!

Viel wichtiger ist mir eigentlich die praktische Umsetzung, nachdem die beabsichtigte EU-Saatgutverordnung 2015 aufgrund massenhafter Proteste und Petitionen aufgegeben werden musste. Damit ist die Schikane der Technokraten im „Europäischen Haus“ allerdings längst nicht beendet, denn es geht immer noch ein wenig schlimmer. Seit dem 1. Januar müssen u. a. Obstarten, die zum Verkauf angeboten werden, in einer „offiziellen Liste“ registriert, bzw. wenigstens für einen entsprechenden Eintrag angemeldet sein. Beispielsweise dürfen bestimmte Apfelbaumsorten nicht mehr „vertrieben“ werden. Und Sie werden es erraten haben, der Eintrag in diese „Liste“ kostet richtig viel Geld, da dieses Schriftstück nicht etwa zum Schutz der Bevölkerung vor Lebensmittelvergiftungen da ist (sonst müsste man ja Dr. Oetker, Coca Cola und Nutella ja längst verboten haben…), sondern um Kohle zu machen!

Über verbotene Äpfel und „Ziergemüse“

Aber es gibt auch etwas, das man eine kleine Partisanenbewegung nennen könnte. Ein Beispiel wäre Lubera, dessen Gründer Markus Kobelt bei Garteninsidern ohnehin als Querdenker und Freund der offenen Worte gilt (hat schließlich neben seinem enormen Fachwissen mit Inbrunst Literatur studiert). Die schweizerische Produktionsgärtnerei bietet der EU-Doktrin die Stirn und züchtet einen „Verbotenen Apfel“, der seit Markteinführung so viel Anklang bei den Kunden fand, dass er fast immer vergriffen ist. Hier mal ein Screenshot der Argumentation des Unternehmenschefs:

Der Link im Screenshot führt auf die Shopseite von LUBERA. Dort kann der „Verbotene Apfel“ bestellt werden.

Shops, die Biosaatgut direkt vom Züchter anbieten, sind übrigens gar nicht so leicht zu finden und wenn man sie schließlich hat, stößt man oft auf Hinweise wie bei „Irinas Tomaten“, die schon nachdenklich stimmen. Auch hier ein Screenshot, den mir der Inhaber des Portals hoffentlich nicht übel nehmen wird:

Der Link im Screenshot führt direkt zu Irinas Shop (KEINE Werbung!).

Das hat mich dann erst recht dazu motiviert, Erfurter, Kiepenkerl & Co. in diesem Jahr mal gänzlich außen vor zu lassen. Es ist teilweise schon pervers genug, was der Handel in den Supermärkten als Lebensmittel anbietet und wen wundert es da, dass immer mehr Menschen im großen oder kleinen Rahmen laut über die eigene Selbstversorgung nachdenken.

Ich kann nur jeden Leser dazu animieren, verantwortungsbewusst zu entscheiden, was im eigenen Garten angepflanzt wird und sich dabei auf Qualität zu besinnen, die der Gesundheit gut tut – der Eigenen und die der Familie.

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