In eigener Sache

Humanitäre Mission ohne Missionare

Und man muss kein Hellseher sein, um zu merken, dass die verkorkste Sozialpolitik nicht nur für unsere Altersgruppe, sondern quer durch alle Bevölkerungsschichten ein Thema bleiben und sich eher noch verschärfen wird. Der Trend nach Verarmung ist allerorts, das sagen die Tafeln, davon wissen auch die Sozialverbände im Land, ebenso wie Ihr und wir von Mein-Hobby-Garten. Eine „Rettung“ ist da nicht in Sicht, was bei den derzeitig laufenden „Koalitionsverhandlungen“ mit aller Macht deutlich wird. Dennoch gibt es auch hierzulande noch Menschen und Organisationen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Not für die Betroffenen zumindest einigermaßen erträglich zu machen.

Altersarmut ist weiter auf dem Vormarsch

Wie weit die Armut unterdessen fortgeschritten ist, wird besonders an den zentralen Stellen in unseren Städten sichtbar. An Bahnhöfen zum Beispiel, die während der kalten Jahreszeit verstärkt von obdachlosen Menschen frequentiert werden, die außer ihrem sehr überschaubaren Handgepäck, was sie gerade mitführen, buchstäblich ALLES verloren haben. Bahnhofsmissionen sind inzwischen zum Treffpunkt für alle diejenigen geworden, die kaum etwas zum Essen haben und meistens auch außer der Kleidung, die sie gerade tragen, nichts zum Anziehen besitzen. Ich habe mir das oft versucht vorzustellen, was ich in einer solchen Situation tun würde. Obwohl der Winter zum Glück bisher ziemlich mild war, aber draußen schlafen, bei Temperaturen um die 0 °C? Nicht waschen, keinen sanitären Anlagen, irgendwann Essen, wen sich Passanten meiner erbarmen? Ohne jegliche medizinische Betreuung und auch sonst kein Mensch für mich da. 24 Stunden am Tag nicht und an keinem Tag des Jahres!

Ich bewundere die Leute, die da zum überwiegenden Teil ehrenamtlich in so einer Bahnhofsmission wie in Bremen ihren Dienst am Nächsten tun! Irgendwie, schließlich sind selbst hier die Mittel knapp und für Vieles, was dort gebraucht wird, einfach nicht vorhanden. Ich kenne ein Ehepaar, das sich diesbezüglich sehr engagiert. Da werden Lebensmittel mitgenommen, Kleidung, die nicht mehr benötigt wird und ganz viele aufmunternde Worte für diejenigen, die dieser Staat schamlos und menschenunwürdig im Stich gelassen hat und es weiter tun wird.

120 bis 150 Menschen sind es, denen täglich mit Auskünften, einem Heißgetränk oder weiterführenden Aktionen geholfen wird. „Da die Bahnhofsmission einen niedrigschwelligen Zugang bietet, bei dem Herkunft oder Erscheinungsbild völlig belanglos sind, wird sie für immer mehr von Armut betroffenen Menschen ein wichtiger Ansprechpartner.“ Ich habe mich heute dazu entschlossen, durch eine Mitgliedschaft im Förderverein Bahnhofsmission Bremen einen, wenn auch kleinen Beitrag dafür zu leisten, die engagierte Arbeit der Helfer mit zu unterstützen.

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