Garten im Herbst

Was für ein tolles Eicheljahr

Diesen Jubelruf hätten wir vielleicht vor zehn bis fünfzehn Jahren noch ausgestoßen, aber heute und 2018? Zumindest bei uns im Norden hält diese Eichelflut von weiter oben nun schon seit mehreren Wochen an und ein Ende ist nicht abzusehen. Auch beim Laub nicht, da der Regen schon über Wochen fehlt und sich die Blätter an den Bäumen nur sehr zögerlich verfärben. Dennoch kommen die Eicheln in Massen herunter, landen erst auf der Straße, werden von Autoreifen platt gemacht und enden im Rinnstein als Mehl.

Gartenboden eichelfrei halten

Viele fallen natürlich auch in den Garten und wenn diese Masse dann schon ins Auge sticht, ist es besser, die Ärmel hochzukrempeln und das gesamte Terrain sorgfältig abzusammeln. Lässt man es sein, werden Monate später bereits die ersten kleinen Eichelbäumchen sprießen. Genau das würde auch passieren, wenn die aufgesammelten Eicheln auf dem Komposthaufen deponiert werden. Also besser in die Biotonne damit und wer keine auf dem Grundstück zu stehen hat, dem bleibt nur noch die Möglichkeit, damit zu seiner nächstgelegenen kommunalen Sammelstelle für Grünabfälle zu fahren.

In einigen Foren glaubt man zu wissen, dass sich die Zugabe von Eichelmehl günstig auf die Qualität der Erde im Komposthaufen auswirken würde. Ich habe auch schon gelesen, dass sich selbst ernannte Überlebenskämpfer aus getrocknetem Eichelmehl Brot und Kuchen zubereiten. Das würde allerdings voraussetzen, dass zunächst jede Eichel, ähnlich einer traditionellen Nuss akribisch geknackt und per Hand von den Schalenresten entfernt werden müsste. Inwieweit Eichelmehl dem menschlichen Verdauungssystem dienlich oder überhaupt allgemein verträglich für uns ist, dafür gibt es leider keine belastbaren Aussagen. Wie auch immer jeder dazu steht, ich würde weder ganze noch zerschrotete Eicheln unter den Kompost mischen und bei den Schalen sollte immer daran gedacht werden, dass die auch in zehn Jahren nicht mal ansatzweise verrottet sein werden.

Eicheln – willkommenes Geschenk für Förster und Waldtiere?

Das meinte ich weiter oben mit meinem ersten Satz. Es gibt heute kaum noch Förster oder Waldbesitzer, die Eicheln oder auch Kastanien als Wildfutter annehmen. Klar, früher war alles besser, da hat man diese – ja eigentlich sind es nur Gartenabfälle – kostenlos bei der nächsten Försterei entsorgt. Aber es hat sich viel geändert in den letzten Jahren. Milde oder gar keine Winter aber auch Veränderungen in der Waldbewirtschaftung sorgen in den meisten Bundesländern dafür, dass die Wildtiere genug zu fressen haben. Anders als früher um die Jahrtausendwende gibt es heute nur noch wenige Kahlschläge im Wald und wo Bäume gefällt werden, wächst die erforderliche Nahrung für die Tiere im Wald auf natürliche Weise schnell nach. Birken, Ebereschen wie auch andere Laubbäume wachsen rasch, fast wie von allein und bieten, wie Kräuter, Himbeeren und wilde Brombeeren, einen üppigen Speiseplan für Wildschweine, Rehe und die vielen anderen Waldbewohner.

Wer es trotzdem versuchen möchte, seine gesammelten Eicheln in der Försterei abzugeben, sollte besser vorher telefonisch nachfragen, ob er mit diesen Kostbarkeiten auch tatsächlich willkommen ist. Ausnahmen werden allerdings in der Regel bei Kindern gemacht, die mit ihren eigenhändig gesammelten Eicheln nicht unbedingt abgewiesen werden. Da gibts dann als Belohnung schon mal einen Euro oder ein Malbuch pro Eicheltüte, aber eben aus der Motivation heraus, dass die Kinder so an die Natur herangeführt werden und die Bedeutung des Waldes als Lebensraum vermittelt bekommen.

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