Gemüse

Wenn die Ernte lange lagern soll

Wer genügend Obst und Gemüse im Garten anbaut, kennt keine mageren Zeiten, auch nicht im Winter. Doch wenn die Ernte möglichst lange frisch und knackig bleiben soll, braucht man dementsprechende Lagerbedingungen. Es geht für die Gärtner an die letzte Arbeit im Jahr, die Ernte muss eingelagert werden, soll lange halten, möglichst wenig an Geschmack einbüßen. Der Trick ist simpel und besteht eigentlich nur darin, die geernteten Vorräte in so eine Art Tiefschlaf zu versetzen. Je weniger Obst und eingelagertes Gemüse „atmen“ können, desto weniger Inhaltsstoffe werden abgebaut, nichts altert, schrumpelt oder wird gar ungenießbar.

Umso stärker der Stoffwechsel der geernteten Möhren, Kartoffel, Rettiche und Schwarzwurzeln im Winterlager gedrosselt wird, desto länger bleibt die Frische erhalten. Bei Temperaturen zwischen 2 °C und 7 °C leben die eingelagerten Winterschätze auf Sparflamme und ihr Verfall wird deutlich langsamer voranschreiten.

Eine Kiste mit Sand für das Wurzelgemüse

Als weitere Voraussetzung für eine möglichst lange Haltbarkeit muss die Umgebungsluft am Lagerort feucht genug sein, denn es soll möglichst wenig Wasser verdunsten oder anderweitig verloren gehen. Luftfeuchtigkeitswerte zwischen 90 und 95 Prozent sind für die meisten Gemüsesorten ideal, bei Zwiebeln und Knoblauch darf es dagegen etwas trockener sein. Möhren und Schwarzwurzeln, aber auch Knollensellerie und Pastinaken eignen sich ausgezeichnet für eine Winterbevorratung und müssen spätestens dann aus der Gartenerde, wenn die ersten Nachtfröste drohen.

Eine alte Holzkiste mit Sand gefüllt ist das beste Winterquartier, in dem die Ernte bis in den März hinein sicher aufgehoben ist. Einige Kleinigkeiten sollten vor und während der Einlagerung aber unbedingt beachtet werden:

  • Beim Gemüse muss möglichst gleich nach der Ernte das Kraut abgedreht werden. Damit wird nicht nur die Verdunstung verhindert, sondern der Abbau kostbarer Inhaltsstoffe merklich verzögert.
  • Knollen und Wurzeln sollen von der anhaftenden Erde möglichst nur mechanisch befreit werden. Sie werden ungewaschen eingelagert und sind damit vor unerwünschter Austrocknung sowie der Fäulnisbildung geschützt.
  • Lagerkisten aus Kunststoff oder Holz werden mit einer 10 bis 20 cm hohen Schicht aus Sand oder feinem Kies gefüllt, sodass überschüssiges Wasser schnellstens versickern kann.
  • Das Gemüse wird schichtweise eingelagert und im Wechsel mit sauberem und nicht zu feuchtem Sand abgedeckt.
  • Als Alternative für Kies bzw. Sand können auch feuchte Sägespäne oder Kokosfasern verwendet werden. Die gepackten Lagerbehälter werden zum Schluss an einem möglich kühlen Ort abgestellt. Gut geeignet sind frostfreie Keller oder Schuppen, eine Erdmiete im Freien oder ein gut gedämmtes Frühbeet.

Während der gesamten Lagerdauer müssen Sie den Sand regelmäßig feucht, aber nicht triefend nass halten. Es reicht, wenn die Oberfläche der Kisten ein bis zwei Mal wöchentlich mit Wasser besprenkelt werden.

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