Gartenwerkzeug

Unverdientes Stiefkind Gartenwerkzeug

Wer rastet, der rostet und darunter leidet auch das Gartenwerkzeug, wenn jedes Jahr auf’s Neue und völlig unverhofft der Herbst im Anmarsch ist. Sobald das Ende der Saison naht, sind putzen, ölen und scharfen angesagt, Scheren, Spaten und all die anderen nützlichen Gartenhelferlein werden es uns schließlich mit einer langen Lebensdauer danken. Auch wenn diese wichtige Beschäftigung nicht unbedingt zu unseren liebsten Gartenarbeiten zählt, es macht mehr Spaß und schafft auch erheblich besser, einen sauberen und glatt geölten Spatenstiel in den Händen zu halten, als einen, bei dem man Handschuhe tragen muss, wenn man sich keine Splitter einzureißen will. Und mit einem geschliffenen Spatenblatt kommen wir um ein Vielfaches leichter und schneller in den Gartenboden und müssen keine Prellungen an den Fußsohlen befürchten.

Werkzeugpflege vor der Winterpause

Darüber hinaus sorgt eine schön scharf geschliffene Gartenschere für einen glatten Schnitt, der keine Pflanzenteile verletzt und den Eintritt von gefährlichen Pflanzenkrankheiten entscheidend vermindert. Besonders wichtig, wenn wir unsere Garten- und sonstigen Wasserpumpen in den Winterschlaf schicken: Die Geräte müssen unbedingt ab November vollständig entleert werden und frei von Kondenswasser sein. Eine schattige Nordwestwand wäre die ideale Ruhestätte, besonders für Kunststoffmaterial, das in der Sonne sehr schnell spröde wird und wenige Wochen später vielleicht undicht ist. Schon einige Wassertropfen, die zu Eis werden, können hier irreparable wie auch sehr teure Schäden anrichten. Das Gleiche gilt auch für Tonnen, Kannen und Gartenschläuche, die zum Winter her sorgfältig geleert werden müssen. Tongefäße, die draußen lange feucht standen, sollten vor der Einlagerung im Keller oder Schuppen innen und außen gut abgetrocknet sein, da sie ansonsten bei Frostgraden leicht Risse bilden und unbrauchbar werden.

Gartenscheren: Erd- und Pflanzenablagerungen an den Schneiden wie auch an den übrigen Teilen am Besten mit einer Bürste und warmem Wasser gründlich abschrubben, nach dem Trocknen an den Federn und Gelenken mit einem Rostlöser einsprühen und alle Teile mit Küchenkrepp abtrocknen. Verrostete Scheren komplett zerlegen, alle Einzelteile mit Bürsten und feinem Schleifpapier bearbeiten und am Ende sparsam einölen.

Holzgriffe und -stiele: Anhaftende und angetrocknete Erdreste mit einer groben Bürste säubern und rau gewordene Griffe mit feinem Schleifpapier schmirgeln, bis sie vollständig glatt sind. Holzstiele lassen sich mit handelsüblichem Pflanzenöl, Holzbutter oder biologischem Holzwachs wieder griffig bekommen. Nach einigen Stunden werden die noch anhaftenden Ölrückstände mit einem Tuch trocken gerieben.

Werkzeugteile aus Metall: Bodenreste entfernt man am einfachsten mit einem Spachtel und arbeitet mit einer Drahtbürste nach. Danach werden alle angerosteten Stellen mit Schleifpapier bearbeitet. Der dabei entstehende Roststaub kann mit einem Tuch relativ einfach entfernt werden. Bei kleinen Dellen im Metall lassen sich diese schnell mit einem Hammer ausklopfen, bei größeren Kerben im Spatenblatt wird mit einer Feile geglättet. Vor der Einlagerung ins Winterquartier sollten Grabegabeln, Hacken und Spaten – wenn sie jetzt schon mal sauber sind – gleich auch noch auf der Schleifmaschine oder mit einer Flex ordentlich geschärft werden.

Kübel, Töpfe & Co.: Ehe Sie sich im nächsten Frühjahr garantiert über dreckige und verkeimte Töpfe ärgern, erledigen Sie es lieber jetzt gleich im Herbst. So macht Gärtnern nicht nur zum Beginn der neuen Saison mehr Spaß, Sie verhindern damit auch Pflanzenkrankheiten an den neuen Stecklingen. Von daher Kunststoff- und Tontöpfe in warmem Wasser einweichen und säubern, dabei eventuelle Algen- und Kalkränder mit einer Extrabürste und Essigwasser behandeln und alle Gefäße vor dem Übereinanderstapeln gründlich abtrocknen lassen.

Gießkannen und Gartenschläuche: Da gefrorenes Wasser rasch zum Sprengsatz werden kann, müssen alle Gefäße über Winter geleert sein. Defekte Gartenschläuche besser ebenfalls gleich reparieren – also defekte Stellen herausschneiden und anschließend wieder mit Schlauchverbindern zusammenfügen. Kannen und Tonnen, die den Winter über draußen gelagert werden, nach dem Leeren am Besten kopfüber lagern, um einen Wassereintritt zu verhindern. Auch wenn Gartenschläuche während der Saison oftmals recht stiefmütterlich behandelt werden: Im Winter bitte absolut knick- und verwindungsfrei aufrollen und zum Schluss liegend und möglichst schattig einlagern.

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