Schädlinge und Nützlinge

Schädlinge im Schrebergarten – was tun?

Für beinahe jeden Gartenbesitzer stellt sich immer wieder die Frage nach dem richtigen Umgang mit den vielfältigsten Schädlingen der Natur, die eine vermeintlich gute Ernte binnen weniger Tage durchaus noch vernichten können. Unbestritten ist auf jeden Fall, dass Ameisen, Wühlmäuse, Blattläuse & Co. in der Natur durchaus ihre Daseinsberechtigung haben, auf den Obst- und Gemüsebeeten sind sie aber, wie der Name schon sagt, schädlich und müssen bekämpft werden. Die Methoden dazu lassen sich ganz grob in drei Arten unterteilen. Der Hobby-Gärtner kann zwischen physikalischer, chemischer und biologischer Bekämpfung auswählen. Bei der erstgenannten Verfahrensweise kann allerdings kaum mit einer zufriedenstellenden Nachhaltigkeit gerechnet werden.

Chemische Keule oder natürliche Mittel gegen die „Lästlinge“?

Der Einsatz von chemischen Mitteln ist dagegen mit einer Vielzahl unerwünschter Nebenwirkungen verbunden, deren gesamtes Ausmaß sich noch viele Jahre später zeigen kann. Darüber hinaus ist der Einsatz von Chemikalien bedenklich und teilweise unter Experten sehr umstritten, da sie teilweise in die Nahrungsmittelkette einfließen können. In der Erde sind ihre Rückstände nur sehr schwer abbaubar, sodass Bodenanalysen, auch noch nach vielen Jahren, ziemlich erschreckende Werte ihrer Konzentration liefern.

Wer absolut nicht auf die Verwendung chemischer Lösungsmittel verzichten kann oder will, sollte in jeden Fall die Herstellerangaben der Substanzen aufmerksam lesen und unbedingt einhalten. Oft handelt es sich bei den Mitteln um hochwirksame Konzentrate, die in einem bestimmten Verhältnis mit Wasser oder anderen Flüssigkeiten gemischt werden müssen. Die Anwendung einer erhöhten Konzentration kann verheerende Folgen für die Pflanzen aber auch für die menschliche Gesundheit haben.

Was also tun bei Schädlingsbefall?

Man muss kein eingefleischter Öko sein, um zu verstehen, dass die Menschen sich die Natur nur ausgeliehen haben, entsprechend sorgsam sollten wir mit ihr auch umgehen. Rund um Haus, Hof & Garten unterscheidet man zwischen vier Schädlingsarten, die auf recht verschiedene Art in unser Leben eingreifen können:

  • Die „Lästlinge“ werden meist nur als unangenehm empfunden, wenn wir mit ihnen in Berührung kommen, selten, dass sie Schäden an Pflanzen anrichten können.
  • Die Gruppe der der „Hygieneschädlinge“ kann durch Bisse oder Stiche unangenehme Verletzungen beim Menschen verursachen und ist in der Lage, Krankheitserreger zwischen Menschen und Tieren zu übertragen.
  • „Vorratsschädlinge“ befallen ungeschützte Lebensmittelvorräte und wirken sich auch im Tierfutter sehr nachteilig aus.
  • Bei den Materialschädlingen handelt es sich um aggressive Insekten, die unseren Pflanzen in jeder Vegetationsperiode sehr kräftig zusetzen können. Sie wirkungsvoll und über eine lange Zeit zu bekämpfen, stellt an die Gartenbesitzer ganz besonders hohe Anforderungen.

Schädlinge sind zu wahren (Über-) Lebenskünstlern geworden

Bei allen vier Gattungen lässt sich feststellen, dass es ihnen in den letzten Jahren ausgezeichnet gelungen ist, sich in der Lebensweise den klimatischen Verhältnissen anzupassen. Sie selbst und auch ihre Brut sind in milden mitteleuropäischen Wintern die perfekten Überlebenskünstler.

Viele Schädlingsarten lassen sich allerdings schon mit recht einfachen und praxisbewährten biologischen Mitteln sehr wirkungsvoll bekämpfen.

Die weitverbreiteten Schneckenarten lassen sich ganz einfach von Hand absammeln. Bewährt hat sich auch das Auslegen von angefeuchteten Tüchern, die eine enorme Anziehungskraft auf diese Schädlinge ausüben. Der Fachhandel hält auch sehr wirksame Bierfallen bereit, mit der man einer Schneckeninvasion wirksam entgegenwirken kann. Auf Nummer sicher geht der Hobbygärtner mit dem Anlegen eines Schneckenzauns rund um das bedrohte Beet.

Zu einer Art Massenplage haben sich die Blattläuse entwickelt, die sich an allem zu schaffen machen, was grün ist. Hier ist besonders zeitiges Eingreifen erforderlich, um die rasend schnelle Vermehrung der Schädlinge zu unterbinden. Im Anfangsstadion hilft sorgfältiges Abspritzen mit dem Gartenschlauch, bei größerem Befall sollte rechtzeitig ein selbst angesetzter Sud aus Brennnesseln oder Holunder angewendet werden.

Hier mal nur ein kleiner Bereich unseres Gartens, wie er 2015 angelegt war. Auf chemische Pflanzenschutzmittel haben wir generell verzichtet.

Besonders bei feuchtwarmem Wetter, lassen es sich ganze Ameisenvölker in den Wurzeln der verschiedenen Kohlarten sowie bei Radieschen und Möhren richtig gut gehen. Hier können in Essig getränkte Tücher recht schnell Abhilfe schaffen und auch mit verstreutem Zimtpulver sorgt man für beträchtliche Irritationen bei den lästigen Krabblern.

Große Schäden auf Kartoffelfeldern und Gemüsebeeten, aber auch auf Blumen, werden von den Rüsselkäfern, einer besonders gierigen Spezies von Blattfressern angerichtet. Blattpflanzen werden von ihnen in sehr kurzer Zeit nahezu vollständig belagert und nicht nur massiv durchlöchert, sondern regelrecht kahlgefressen. Kohlensaurer Kalk mit Magnesium und einem Anteil von Spurenelementen, wie er im Gartencenter gehandelt wird, schafft hier schnelle Abhilfe, muss allerdings meist mehrmals angewandt werden.

Wer aufmerksam die Angebote in den Gartencentern verfolgt, wird leicht feststellen, dass auch hier der Trend eindeutig zu den Pflanzenschutzmitteln auf natürlicher Basis geht. Mitunter sind sie den chemischen Keulen zwar noch in der Schnelligkeit ihrer Wirkung unterlegen, punkten aber mit hoher Umweltverträglichkeit bei sehr akzeptablen Erfolgen und großer Effizienz.

Wir haben, zumindest in den letzten drei Gartenjahren, bei unseren Kräuteranpflanzungen aber auch bei den Rosengewächsen sehr gute und vor allem nachhaltige Erfolge mit natürlichen Pflanzenschutzmitteln machen können. Allerdings, dass muss man leider auch sagen, sind diese Artikel im Fachhandel nicht gerade zu Schnäppchenpreisen zu haben. Zwei der Wichtigsten haben wir Ihnen trotzdem mal ausgesucht.

Naturen Gelbstecker

Hiermit können Pflanzen gegen fliegende Insekten geschützt werden. Speziell für Ungeziefer entwickelt die auf Gelbtöne fliegen. Der Gelbstecker ist mit einem geruchlosen Spezialleim versehen. Der Leim trocknet durch seine lange Klebefähigkeit nicht aus.

Geeignet gegen: Trauermücken, Weiße Fliege, Minierfliege, beflügelte Blattläuse.

Eine Packung mit 15 Stück kostet 6,19 €.
Naturen® Bio Schädlingsfrei Obst & Gemüse Konzentrat

Das Schädlingsfrei Obst & Gemüse Konzentrat wurde aus einem natürlich, nachwachsenden Rohstoff hergestellt. Nützlinge wie Florfliegen, Raubmilben und Laufkäfer werden geschont. Die Wirkung erfolgt durch eine Abkapselung der Schädlinge und deren Eier. Für einen Bekämpfungserfolg ist eine gründliche Anwendung auf allen Pflanzenteilen (auch Blattunterseite) nötig.

Anwendung: Wirksam gegen Herbst- und Grasmilben.

Eine Packung mit 500 ml Inhalt kostet 14,99 €.
WERBUNG! Hier eine kurze Beschreibung aus dem Sortiment des Onlineshops von Pflanzenfee und der aktuelle Preis für den das jeweilige Mittel am 02.11.2018 verkauft wird.

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