In eigener Sache

Wenn eine Rose zum „Zankapfel“ wird

Als ehemaliger Berliner hätte ich ja niemals gedacht, dass Dorfleben „nachbarschaftlich“ gesehen, ziemlich anstrengend und mitunter auch ärgerlich sein kann. Zieht man in so`n Dorf am Rande der Lüneburger Heide, das äußerlich so beschaulich und ruhig inmitten herrlicher Natur liegt, wie unser Lauenbrück, denkt man ja nicht im Traum daran, dass einem Nachbarn das idyllische Leben derart vergrätzen können und es stellt sich einem die Frage, mit welchen Typen man überhaupt in einem Dorf zusammenlebt. Knackpunkt war ein gut 4-jähriges Rosengewächs, das sich während dieser Zeit erlaubt hat, eine Höhe von 1,65 Meter zu erreichen. Wir hatten diesen Beitrag im letzten Jahr auf unserem Marktplatz60plus veröffentlicht, den wir momentan gerade schließen und haben den und zwei folgende Artikel hierher übernommen, da uns dieses Thema der “guten” Nachbarschaft wichtig erscheint.

Nachbarn gibts, die wünscht man nicht mal seinen Feinden!

So weit, so gut – oder besser gesagt zu gut. Dieses uns lieb gewordene Gewächs stellt nach Auffassung einer besonders klugen und immer sehr aufmerksamen Nachbarin ein Verkehrshindernis dar, da es die Sicht auf die von links kommenden Fahrzeuge verwehrt, wenn man (oder besser gesagt Frau) auf die Hauptstraße abbiegen will. Da ich so viel geistige Verwirrtheit beim besten Willen nicht beschreiben kann, habe ich mal einige Fotos des dörflichen Unfallschwerpunktes zum besseren Verständnis beigefügt.

Das Corpus Delicti ist mit einem Pfeil gekennzeichnet und steht ca. 7 Meter von der Hauptstraße entfernt. Der Heckenweg ist eine Einbahnstraße, die auf 30 km/h beschränkt ist und die Hauptstraße ist nicht etwas eine Autobahn oder Bundesstraße, sondern eine mäßig frequentierte Ortsverbindungsstraße zwischen zwei ländlichen Gemeinden.

Nach Auffassung der mir schon längere Zeit sehr weltfremd vorkommenden Beschwerdeführerin müsse die Rose, wohlbemerkt und nochmals betont – sie ist 165 cm hoch – verschnitten und gekürzt werden, da man, im Fahrzeug sitzend, keinerlei Überblick über das Verkehrsgeschehen hätte.

In der Ruhe liegt die Kraft

Ich bin ein sehr friedvoller und sachlicher Mensch, der gute Umgangsformen mit der Muttermilch aufgesogen hat. Es war ein wundervoller Sonnabendvormittag, strahlender Sonnenschein und ich im Begriff, unsere Außenanlagen zu säubern. Beste Laune, es sollte gleich den Kaffee zum zweiten Frühstück geben und dann das. Nein ich neige nicht zu Gewalttätigkeit und kann mich ausgezeichnet in Krisensituationen beherrschen. Auch dieses Mal, nur die Hände gerade so ein bisschen zur Faust geballt und deshalb in den Hosentaschen versteckt, der Blutdruck vermutlich oberhalb der 200/100, aber der Puls von 150 war dann nach zehn Minuten auch gleich wieder runter.

Klar, mir kamen da auch schlimme Worte in den Sinn, die ich da auch gerne lautstark von mir gegeben hätte. Aber ich habe dann Sekunden später überlegt. Die einfältige und überaus kauzige Dame hatte mit ihren übertriebenen Marotten in Sachen Verkehrssicherheit in ländlichen Ruhezonen schon einige Monate vorher dafür gesorgt, dass unser Schatten spendender Baum, dessen traurige Reste man in der Ecke sieht, seiner Krone beraubt wurde, da ihr die herunter wedelnden Äste scheinbar beim Vorbeifahren mit ihrem Kleinwagen den Teint versaut hatten.

Aber gut: Wir machen jetzt einen Schnitt, aber nicht etwa bei unserer wunderbaren Edelrose, sondern bei unserer gesamten Gartenkultur. Nächste Woche geht’s ab zur Baumschule und dann werden noch weitere Rosenstämmchen dazugekauft und eingesetzt. Vorzugsweise solche, die Spalier bildend sind und nach drei Jahren eine Mindesthöhe von 2,50 Meter erreichen.

Oben im Bild der traurige Rest unserer Weide – ebenfalls als verkehrsgefährdendes Hindernis bewertet und verstümmelt.

Nachträglich bin ja wirklich froh, dass ich mich nicht zu irgendwelchen Schimpfkanonaden hinreißen lassen habe. Es gibt ja Zeitgenossen, die ihre Nachbarn mit ganz irre schlimmen Wörtern aus dem Tier- manchmal gar Fäkalbereich betiteln oder meinen, dass derlei Mitmenschen ganz dringend zu bestimmten Ärzten müssten oder so. Nee, ich sagte mir: Lübke, mach` das Mal lieber nicht und lass die einfach links liegen und weiter giften. Ignorieren macht den Neid ewiger Querulanten bekanntlich noch größer und man erspart sich Stress mit Menschen, denen ohnehin nicht mehr zu helfen ist.

Aber wer solche Nachbarn hat, braucht keine Feinde mehr, „Mitbürger“ dieser Art sind einfach nur mies und erzeugen Würgegefühle im Hals!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.