Heilkräuter

Hanf: schmerzlindernd, blutdrucksenkend aber verboten!?

Cannabis ist hierzulande offiziell als Rauschgift verpönt, sowohl Besitz und als auch Anbau fallen unter das Betäubungsmittelgesetz und sind daher verboten. Wäre Hanf allerdings vom Gesetzgeber zugelassen, hätte man eins der wirksamsten Arzneimittel, die überhaupt vorstellbar sind. So verhindert der Inhaltsstoff THC (Tetrahydrocannabinol) die Nebenwirkungen einer Chemotherapie wesentlich, indem er die dabei auftretende Übelkeit sowie das Erbrechen reduziert bzw. gänzlich abstellt. Hanf ist aber auch eins von tatsächlich nur wenigen nebenwirkungsfreien und dennoch sehr effektiven Heilmitteln gegen den „Grünen Star“, medizinisch auch Glaukom genannt.

Bei allen positiven Wirkungen hat Hanf allerdings auch seine Tücken: In höheren Dosen konsumiert wirkt es extrem auf die Gedächtnisleistung, kann unkoordinierte Bewegungsabläufe in Verbindung mit eingeschränkten Reaktionen bei Menschen hervorrufen und bewirkt je nach Dosis Herzklopfen und Blutdruckabfall. In niedriger Menge eingenommen ist THC mit den folgenden Eigenschaften jedoch ein wahrer Segen:

  • sanfte Behandlung des grünen Stars;
  • wirkt fiebersenkend und entzündungshemmend;
  • schaltet Migräne und starke Kopfschmerzen ab;
  • senkt chronische Schmerzen und mildert die Auswirkungen von Krämpfen;
  • hilft bei der Beseitigung seelische Verstimmungen aller Art.

Hanf – die Schmuddelmedizin?

Käme der Hanf aus seiner verbotenen Ecke heraus, hätte er ein beinahe unglaubliches Potenzial, Krankheiten wesentlich zu mildern oder sogar gänzlich auszuschalten. Viele wissenschaftliche Studien haben im Laufe der letzten Jahre herausgefunden, dass Hanf sich ausgezeichnet zur Tumorbehandlung eignet. Ein Segen genau genommen, den wir aus unerfindlichen aber gut durchschaubaren Gründen nicht für die Gesundheit nutzen sollen. Uns liegt natürlich fern, auf diese Weise das Rauchen von Marihuana zu propagieren. Dennoch ist es bei Medizinern nahezu unbestritten, dass es in Einzelfällen und den eben erwähnten Indikationen durchaus Sinn macht, Tee oder das gerauchte Kraut für Heilzwecke zu verwenden.

Steckbrief vom Hanf

VolksnamenMarihuana, Gras, Glückspflanze, Opium der Armen
DrogennameCannabis folium
Pflanzenart und HöheHanfgewächse (Cannabaceae); ein- bis zweijährig und zweihäusig; ein bis vier Meter hoch
Boden und Standortnährstoffreicher Boden bei voller Sonnenbestrahlung
AussaatApril bis Mitte Mai
Vermehrungdurch Stecklinge
BlütezeitAugust bis September
SammelzeitAugust bis in den Oktober hinein
verwendete TeileSamen, Blätter, frische Triebe und weibliche Blüten
InhaltsstoffeCannabinoide, THC (Tetrahydrocannabinol), Alkaloide, Eiweiße, Fettsäuren, Zucker, ätherische Öle, Pigmente
Eigenschaftenberuhigend, appetitsteigernd, muskelentspannend, antibiotisch, schmerzhemmend, stimulierend, blutdrucksenkend, antiepileptisch, brechreizhemmend, Bronchien erweiternd und Augeninnendruck senkend

Von allen bekannten Pflanzen befinden sich im Hanf die höchsten Mengen an lebensnotwendigen Fettsäuren, was die Menschen übrigens schon vor Jahrtausenden an dieser beinahe ältesten Kulturpflanze überaus schätzten. Ohne den Hanf hätten unsere Vorfahren keine Bekleidung gehabt und wären noch nicht einmal in der Lage gewesen, ihre Hütten bauen zu können. Die kleinen Hanfnüsschen, aus denen man damals bereits Öl gepresst hatte, waren den Menschen in dieser Zeit nützlich bei einer Störung des Fettstoffwechsels, der sich bereits durch die Einnahme von 10 Gramm Hanfsamen pro Tag wesentlich verbessern kann.

Hanföl ist darüber hinaus ein sehr wirksames Mittel für die kosmetische Pflege von Narben, hilft, als Hautöl angewendet, bei Herpes oder auch um eine Neurodermitis zu behandeln. Aus den Hanfblättern und -blüten bzw. dem vorsichtig abgestreiften Harz lassen sich darüber hinaus hochwirksame Schmerzsalben herstellen. Diese Wundcremes gab es übrigens bis in die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts noch vollkommen offiziell zur Schmerzlinderung beim Apotheker! Inhalationen aus getrocknetem Hanfkraut gelten darüber hinaus als hochwirksames Asthmamittel, bei denen keinerlei Nebenwirkungen manifestiert sind.

Wie drückte es die berühmte Klosterfrau Hildegard von Bingen doch gleich zu ihrer Zeit aus? „Der Hanf ist warm und sein Same enthält Heilkraft. Aber wer im Kopf krank ist und ein leeres Gehirn hat, dem schadet er, einem gesunden Kopf und einem vollen Gehirn schadet er nicht. Ein aus Hanf gefertigtes Tuch ist gut zum Verbinden der Geschwüre und Wunden“.

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