Garten im Winter,  Heilkräuter

Beinwell im Winter

Der Beinwell, Symphytum officinale hat auch im Winter eine wichtige Funktion im Garten. Man sieht ihn nicht, aber er ist da mit seinen mächtigen Wurzeln und den reichhaltigen Inhaltsstoffen, die uns dazu verleiten, aus ihnen eine wirksame Salbe im Winter herzustellen, die, unsere Jahreszeit betreffend, gerade bei Knochen- und Gelenkserkrankungen regelrecht befreiend wirkt. Während wir auf die Blätter und wunderschönen Blüten, die sich lilafarben im Gewand verstecken, bis zum Frühjahr warten müssen, können wir Beinwell im Winter in der kleinen Salbenküche zum alltäglichen Gebrauch vieler Erkrankungen für die äußere Anwendung herstellen. In dem Namen Beinwell steckt das „Bein“ drin, das ab und zu mal bei Schmerzen eine „Erleuchtung aus dem Garten“ bedarf. Wie das gemacht wird, verraten wir gleich.

Die wichtigen Inhaltsstoffe der Beinwell-Wurzel

Bei uns im Norden sind trotz des Monats Dezember herrlicher Sonnenschein und Plusgrade, sodass sich ein Gartenbesuch auch im Winter beim Beinwell lohnt. Wenn es noch nicht zu frostig ist, grabt die Beinwell-Wurzel sorgfältig aus. Beim Ausgraben sollten möglichst Gartenhandschuhe getragen werden, nicht wegen des Wetters, sondern wegen der Wirkstoffe in der Beinwell-Wurzel. Da kann es leicht zu Hautentzündungen kommen. Die wichtigen Inhaltsstoffe der Beinwell-Wurzel, die dann später auch in die Triebe, Blätter und Blüten treiben, sind:

Allantoin, Asparagin, Alkaloide, ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe, Harz, Kieselsäure, Pyrrolizidinalkaloide, Schleim und Stigmas.

Das Wissen um diese wichtigen Inhaltsstoffe der Beinwell-Wurzel eignete sich auch die Pharmaindustrie an, um zahlreiche Formen von Beinwell-Salben in die Apotheken zu bringen. Besonders der Inhaltsstoff Allantoin in der Beinwell-Wurzel eignet sich bei äußerlicher Anwendung zur Wundheilung.

Wie aus der Beinwell-Wurzel eine Salbe entsteht

Mein freundlicher und hilfsbereiter Nachbar und ich teilen uns den Garten und haben in den Jahren zuvor immer die Wurzeln und Blätter gesammelt und getrocknet. Aus den getrockneten Beinwell-Wurzeln habe ich folgende Salbe mit diesen Zutaten hergestellt:

1. Herstellung des Beinwellöls
2. Bienenwachs als Zugabe

Zur Zubereitung:

Die getrocknete und geschnittene Beinwell-Wurzel wird in Pflanzenöl gelegt. Bevorzugt wird dazu Olivenöl. Zwei Drittel der Beinwell-Wurzel werden in ein Glas abgefüllt und das Öl darüber gegossen. Das Glas wird nun verschlossen und im Wasserbad erhitzt. Nach etwa 15 Minuten des Köchelns wird das Glas herausgenommen und abgekühlt. Ich warte dann immer bis zu drei Tagen ab, schüttle das Glas, das auf dem Fensterbrett, nahe der Heizung steht. Nach dieser Zeit benutze ich einen Filter und gieße das sich ergebene Beinwellöl in ein anderes Gefäß. Diese Flasche sollte möglichst dunkel sein und gut mit einem Etikett versehen werden, wo der Name und das Datum ersichtlich sind.

Das Öl ist nun fertig und ich nehme mir davon 30 ml ab. Hinzu füge ich einen EL Bienenwachs. Das verrühre ich gut und gebe es in ein kleines Gefäß. Jetzt kommt es in einem erhitzten Wasserbad zum Köcheln. Das Bienenwachs muss sich nun auflösen. Ist alles konsistent, nehme ich es heraus und lasse es erkalten. Dann schließe ich das kleine Salbentigelchen und stelle es nach der Beschriftung in den Kühlschrank. Fertig ist die Beinwell-Salbe, die ich dann auf die schmerzenden Stellen oder bei einer Wundheilung auftrage.

Übrigens: Wem dieser Prozess zu lange dauert, kann auch Schmalz mit den getrockneten Beinwell-Wurzeln benutzen. Auch das hat dieselbe Wirkung und kann prima äußerlich angewendet werden. So hat der Beinwell in unserem Garten sogar im Winter noch eine wichtige Funktion erfüllt.

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