Nachhaltigkeit im Garten

Vorgemerkt: Öko-Saatgut für 2019

Am Wochenende hatte ich mich mit einem Landwirt unterhalten und fragte ihn, was nun der Unterschied zwischen Bio- und Öko-Saatgut wäre. Er erklärte mir, dass die EU-Öko-Verordnung vorschreibt, dass Bio-Betriebe lediglich Bio-Saatgut verwenden dürfen. Dazu reicht es aus, dass das Saatgut in einem Bio-Betrieb vermehrt wird. Öko-Züchter hingegen kreuzen Pflanzen so lange, bis ein ökonomisch nachhaltiger Pakt mit der Natur geschlossen wird. Das braucht natürlich seine Zeit. Der Öko-Züchter sucht die Pflanzen aus, deren Eigenschaften am deutlichsten erkennbar sind und den Richtlinien und Wünschen entsprechen. Das kann mehrere Jahre dauern, bis die Pflanze den gewünschten Anforderungen entspricht. Das kostet allerdings nicht nur Naturkenntnisse, Leidenschaft und Ausdauer, sondern auch Geld, um neue Pflanzen entstehen zu lassen. Bemerkenswerterweise schonen wir nicht nur die Natur, nein, wir haben auch Spaß daran, etwas Neues entstehen zu lassen. Für mich ist das Öko-Saatgut für 2019 schon mal vorgemerkt.

Samenfeste Züchtungen

Samenfeste Züchtungen sind beim Öko-Landwirt das MUSS. Gärtner, Hobby-Gärtner und natürlich Bauern können die aus den Pflanzen erbrachten Samen unbeschwert im nächsten Jahr aussäen. So versorgen wir mit Nachhaltigkeit gezüchtete Sorten und Pflanzen für eine lange Zeit. Wenn wir uns die Hybride anschauen, die meist in Bio-Läden erhältlich sind, dann wissen wir, dass ihre Nachhaltigkeit Zeitgrenzen hat. Sie verlieren ihre guten Eigenschaften schon in der nächsten Generation. Da wäre eine Weiterzüchtung schon fast sinnlos. In den Bio-Läden ist das Gemüse aus eigens bestehenden Saatgut gekennzeichnet. Wir erkennen es daran, dass es kaum einheitlich in ihrer Form und Qualität vorliegt. Dass samenfeste Züchtungen so einfach und ohne Nebenwirkungen auf die Natur stattfinden, hatte ich am Anfang auch nicht gedacht.

Wie erkennen wir das Bio- oder Öko-Saatgut?

Öko-Züchter sind recht unabhängig, was ihre Arbeit betrifft. Sie unterstehen keinen Konzernen. Die Naturkostbranche wird zudem von Stiftungen unterstützt. Öko-Züchter haben sich zu einem Verein zusammengeschlossen, um sich dort auszutauschen und sich der Nachhaltigkeit in ihren Öko-Züchtungen zugunsten der Natur zu widmen. Wie wir Bio- oder Öko-Saatgut erkennen können liegt daran, dass konventionell gezüchtete Pflanzen Pestizide und mineralischen Dünger benötigen.

Die ökologische Züchtung setzt dem entgegen und besteht auf widerstandsfähige Sorten, die optimal zum Boden, den Wetterbedingungen und dem Land passen. Daraus ergeben sich sehr gute neue Sorten, die eine lange Beständigkeit haben. Öko ist eben mehr als geglaubt. Wer beständige Sorten in seinem Garten oder Landgut erwartet, sollte mit der Natur mitgehen und den Liebreiz der Nachhaltigkeit nicht verkennen.

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