Bücher für den Garten

Buchempfehlung für Besseresser

Ich kann eigentlich gut kochen, was die traditionellen Gerichte anbelangt jedenfalls. Nur die Essgewohnheiten haben sich geändert. Meine leider nur wenig und nichts ist bekanntlich ehrlicher, kritischer und alarmierender als ein Schritt auf die Waage. Die Rezepte in den Kochbüchern unserer Vorfahren sind überholt und ich „bewundere“ immer wieder die Spezies vieler Mitmenschen, die sich mit klassischem Fast Food vollstopft. Aber zum Thema: Wie sieht eigentlich unsere gesunde und dennoch schmackhafte Ernährung der Zukunft aus und welche Rolle kann unser Gemüsegarten angesichts eines sinkenden Vertrauens an Industrielebensmittel dabei spielen. Was sind die passenden, möglichst einheimischen Zutaten für eine abwechslungsreiche und nachhaltige Familienküche, die sich schliesslich noch in für Berufstätige angemessener Zeit zubereiten lassen.

AT Verla Aarau – „Meine Gemüseküche für Herbst und Winter“

Ja ich musste sehr lange nach guter Literatur suchen, ehe ich beim österreichischen AT Verlag endlich fündig geworden war und „Meine Gemüseküche für Herbst und Winter“ entdeckt hatte. 40 Sorten bei uns wachsender Herbst- und Wintergemüsesorten vorzustellen, darunter auch eine Auswahl älterer und hierzulande weniger bekannter Arten verspricht das 384 Seiten starke Buch und viele davon finden sich übrigend im Luberashop.

Allein der Umfang dieses reichlich bebilderten Ratgebers lässt bereits erkennen, dass wir es hier nicht nur mit einem traditionellen Kochbuch und einem zusammengesuchten Sammelsurium aus längst bekannten Kochrezepten zu tun haben. Die Autorin und Pflanzenfachfrau Meret Bissegger als gestandene Gastronomin aber auch ebenso leidenschaftliche Köchin geht da schon erfreulich in die Tiefe der präsentierten Gemüsekulturen und lässt uns als Leser an ihren langjährigen Erfahrungen als teilhaben. Ich würde es als „Umlernbuch“ bezeichnen, dass uns gleich in den ersten gut 30 Seiten am Anfang einen ehrlichen mitunter etwas erschreckenden Eindruck darüber vermittelt, was wir als Konsumenten jetzt und in der näheren Zukunft von den gewerblichen Erzeugern unserer Lebensmittel in Gestalt der ökologisch orientierten Landwirtschaft erwarten dürfen und was eben nicht. Danach startet der Hauptteil, der sich mit den Pflanzenporträts und den dazu passenden Rezepten befasst.

Von vielen Kochenthusiasten sehnlich erwartet, das neue Buch von Meret Bissegger. Die Erfolgsautorin präsentiert hier die große Vielfalt der Gemüsesorten für die kalte Jahreszeit.

Aber darüber hinaus noch viele zusätzliche und separat gekennzeichnete Zusatzinformationen, Küchentricks und nützliche Hinweise zur Lagerung der verschiedenen Gemüsesorten enthält. Mich hat in diesem Teil besonders die Ausführlichkeit angesprochen, mit der die Autorin die einzelnen Pflanzengruppen nicht nur beschreibt, sondern gleichzeitig noch auf wissenswerte Fakten, wie dem Zerkleinern von Riesenkürbissen, der Artenvielfalt der Kohlsorten oder der sehr verständlichen Beschreibung von Exoten wie Esskastanien oder Zuchtpilzen eingeht. Angenehm informativ wie unterhaltend, mit ausgezeichneten Fotos garniert und mit vielen informativen Hintergrundtexten abwechslungsreich aufgelockert. Genau die richtige Literatur für die gartenfreie Zeit im Winter und mit vielen Inspirationen, die dem Leser bei der Planung seiner Gemüsebeete für die nächste Gartensaison hilfreich sein werden.

Abgesehen davon wird Ihnen beim Lesen solcher Überschriften wie Kürbiskuchen mit Quitten, Austernpilze mit Thai-Basilikum oder den gebratenen Schwarzwurzeln mit Petersilie auch noch das Wasser im Munde zusammenlaufen. Und in dieser Art erwarten Sie noch fast 150 weitere und genial unkompliziert nachkochbare Rezepte, die auffallend professionell ins Bild gesetzt wurden und tatsächlich so beschrieben sind, dass selbst Anfänger der kulinarischen Zunft keineswegs überfordert werden.

Gebratener Rosenkohl: probieren lohnt sich!

Der Aarauer AT Verlag, von dem wir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar des Buches zur Verfügung gestellt bekamen, wird es mir nachsehen: Ein Rezept muss ich Ihnen einfach zum Schluss noch mit auf den Weg geben, da es schlicht und einfach gesagt DIE ultimative Zubereitungsart schlechthin für Rosenkohl ist.

An Zutaten werden benötigt:

  • ein Esslöffel Bratbutter
  • 400 Gramm halbierter Rosenkohl
  • eine gute Prise Kräutermehrsalz
  • etwas Muskatnuss
  • ein Schuss Sherry

Die Zubereitung: Die kalte Bratpfanne wird zunächst mit der Butter bepinselt. Danach legen Sie die Röschen mit der Schnittfläche nach unten nebeneinander auf den Pfannenboden und lassen das Ganze zugedeckt und auf kleiner Flamme ungefähr sieben Minuten braten. Der Kohl ist fertig, wenn die Schnittflächen beginnen goldbraun zu werden. Die Gewürze und der Likör kommen erst am Schluss dazu, danach die Rosenkohlhälften nochmals vorsichtig wenden und vor dem Servieren kurz ausdampfen lassen. Passend dazu werden Rotweinkastanien gereicht, die mit etwas Zitronenöl beträufelt wurden.

Das Rezept für die Kastanien finden Sie dann in Ihrem Buch (Seite 335) das Sie für 39,90 Euro direkt beim AT Verlag bestellen können.

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